Ganz links der Sektor Jurassik Park, darunter die Grande Grotta Ganz links der Sektor Jurassik Park, darunter die Grande Grotta
31 März 2026

Tödlicher Kletterunfall wegen Hakenbruchs auf Kalymnos

Ein tschechischer Kletterer kam beim Ablassen im Sektor Jurassic Park ums Leben – mehrere Bohrhaken brachen.

Auf der griechischen Insel Kalymnos kam es am Freitag, den 27. März 2026, zu einem tödlichen Kletterunfall. Ein 60-jähriger Kletterer aus Tschechien stürzte und erlag später seinen Verletzungen.

Nach ersten Erkenntnissen geschah der Unfall beim Ablassen an einer 7b+-Route im Sektor „Jurassic Park“. Dabei versagte der Umlenkstand (Bohrhaken-Anker): Beide Ankerbolzen brachen.

Da der Kletterer zuvor bereits die letzten beiden Expressschlingen entfernt hatte, wurde die Belastung auf den nächsten darunterliegenden Bohrhaken übertragen – auch dieser brach. Der Mann stürzte daraufhin auf ein Band, war zunächst noch ansprechbar, starb aber später trotz Rettungsversuchen.

Die Rettung gestaltete sich äußerst schwierig: Schlechtes Wetter, schwieriger Zugang, Kommunikationsprobleme und ein verspäteter bzw. erfolgloser Helikoptereinsatz verhinderten eine schnelle Bergung.

Zuverlässigkeit von Bohrhaken auf Kalymnos

Die Route war etwa 24 Jahre alt. Als wahrscheinliche Ursache gilt das Versagen alter Sicherungshardware (Bohrhaken). Der Kletterer habe laut Experten „nichts falsch gemacht“.

Die tragischen Umstände dieses Unfalls werden genau analysiert, um zukünftige Unglücke zu vermeiden. Gleichzeitig hat der Vorfall erneut große Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit von Bohrhaken auf der Insel ausgelöst sowie bezüglich der Notwendigkeit eines gut organisierten Rettungssystems. Das betrifft nicht nur Kalymnos – das stark vom Klettertourismus lebt – sondern ganz Griechenland.

Die lokalen Rettungsteams auf Kalymnos bestehen aus Freiwilligen, die unter oft sehr schwierigen und gefährlichen Bedingungen ihr Bestes geben und viel Erfahrung haben Zudem wurde ein staatlicher Helikopter-Notfalldienst (HEMS) trotz gesetzlicher Grundlage bisher nicht umgesetzt. Die Luftrettung befindet sich in Griechenland noch im Aufbau und ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wenig entwickelt.

Nicht sanierte alte Routen meiden

Zur Ursache des Unfalls: Es ist noch unklar, warum es zu diesem bislang beispiellosen dreifachen Versagen von Bohrhaken kam. Möglich sind Korrosion oder andere Faktoren. Die Organisation „Rebolt Kalymnos“ plant folgende Maßnahmen:

  • Überprüfung aller Routen, die vor 2005 eingerichtet wurden und noch nicht saniert sind

  • Sperrung verdächtiger Routen bis zur Sanierung

  • Metallurgische Untersuchung des defekten Umlenkankers

  • Schnellere Veröffentlichung einer Liste aller sanierten Routen und Klettergebiete

Bis dahin wird Kletterern empfohlen, alte (nicht sanierte) Routen zu meiden und mögliche Sicherheitsprobleme zu melden. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, die oberste Expressschlinge hängen zu lassen, anstatt die gesamte Sicherung zu entfernen.


Klettern auf Kalmynos 

Infos zu einigen Klettergebieten auf Kalymnos

Quelle: Planetmountain, FB



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