Drifter's Escape - Connor-Herson (c) Christian Adam Drifter's Escape - Connor-Herson (c) Christian Adam
13 Februar 2026

Die härteste Trad-Route der Welt? Connor Herson gelingt Erstbegehung von „Drifter’s Escape“ (9a+/5.15a)

Die Route bietet einige der härtesten Trad-Moves weltweit, darunter zwei V11/8A Boulderstellen in 200 m Höhe

Der amerikanische Kletterer und Black Diamond Athlet Connor Herson hat am 14. Juli 2025 die Route Drifter’s Escape in Squamish erstbegangen. Es ist seine bisher schwierigste Begehung und der Höhepunkt von zwei Klettersaisonen, in denen er an dieser Route gearbeitet hat. Connor schlägt den Schwierigkeitsgrad 9a+/5.15a vor, womit diese Route zu einer der schwierigsten Trad-Routen der Welt zählen würde.

Zu dieser historischen Leistung äußert sich Connor wie folgt:

In den letzten beiden Sommern hatte ich das Glück, die Route Drifter’s Escape klettern zu können, eine beeindruckende Linie an einer wunderschönen Granitwand auf halber Höhe des Stawamus Chief in Squamish. Man findet selten eine so besondere Route, die die besten (und einzigartigsten – die Schlüsselstelle ist ein Pogo!) Züge bietet, die ich je über selbst gelegten Sicherungen versucht habe, und das im genau richtigen Schwierigkeitsgrad. Obwohl es stimmt, dass sich die Drifter’s eindeutig am schwierigsten angefühlt hat, was eine mit mobilen Sicherungen abgesicherte Route betrifft, bin ich andererseits noch nirgendwo anders eine so hochwertige, mit mobilen Sicherungen abgesicherte Seillänge geklettert.

Natürlich wird der vorgeschlagene Schwierigkeitsgrad viel Aufmerksamkeit in den Medien erhalten. Allerdings habe ich die Route erst mehrere Monate nach meiner Begehung bewertet, und ich bin mir sicher, dass der Grad keine entscheidende Rolle spielen wird, wenn ich in einem, fünf oder zehn Jahren auf diesen Moment zurückblicke. Ich hatte eine so unglaublich schöne und positive Zeit in dieser Route, nicht zuletzt wegen der Menschen, mit denen ich diese Momente geteilt habe. Ich hätte noch so viel mehr zu sagen, aber für den Moment belasse ich es dabei: Ich möchte mich bei allen, die mich unterstützt oder mit mir an dieser Route gearbeitet haben, herzlich bedanken! Ich würde diese Tage für nichts in der Welt eintauschen wollen.“

Drifter’s Escape

Die Route startet mit zwei Bohrhaken, die einen sicheren Einstieg in die Schlüsselsequenz ermöglichen, doch der überwiegende Teil der Linie ist klassisch trad abgesichert – also mit mobilen Sicherungsmitteln. Was genau als „echte“ Tradroute gilt, darüber lässt sich streiten. Klar ist jedoch: Drifter’s Escape bietet einige der härtesten Trad-Moves weltweit, darunter zwei Passagen im Bereich V11/8A – kompromisslose Boulderstellen weit über dem letzten guten Placement.

In einem Telefoninterview am 26. Januar, als er die Begehung schließlich öffentlich machte, betonte Herson, dass die Linie nicht nur extrem schwer, sondern auch außergewöhnlich schön sei: „So perfekte Routen findet man selten.“ Bis 2021 war Drifter’s Escape – die fünfte Seillänge von Bald Egos (VI 5.9 A4; rund 460 Meter Wandhöhe) – eine weitgehend vergessene Aid-Länge am Stawamus Chief. Jon Rigg, der Bald Egos wiederholt hat, beschrieb die Passage als „eine kleine, steile Headwall im Stil von El Capitan.

Connor Herson zählt zu den profiliertesten Nachwuchs-Tradkletterern seiner Generation. Bereits im Alter von 15 Jahren kletterte er „The Nose“ am El Capitan im Yosemite Valley und machte damit früh international auf sich aufmerksam. Seither hat er zahlreiche anspruchsvolle Routen realisiert, darunter:

The Nose, El Capitan (8b+/5.14a)

Cobra Crack, Squamish (8b+/5.14a)

Crack of Destiny (FA), Squamish (8b+/5.14a)

The Shark (FA), Squamish (8c/5.14b)

Magic Line, Yosemite (8b+/5.14a)

Meltdown, Yosemite (8c+/5.14c)



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